iPhone-Theater bei T-Mobile

omg

Golem.de meint

T-Mobile versucht einen ähnlichen Ansturm auf das iPhone zu inszenieren, wie es Apple beim US-Marktstart des Mobiltelefons gelungen ist.

Nun, bei den kriminellen Tarifen, die T-Mobile in Deutschland durchsetzen möchte, fragt man sich doch ernsthaft wie sie das schaffen wollen. Durchgeknallte Fans (ich schließe mich da gar nicht aus) gibt es immer, aber wenn es zum Ausverkauf am ersten Wochenende reichen soll, dann sollte man sich schon an der allgemeinen Marktsituation orientieren.

In den USA hat es Apple zwar geschafft, dass man überhaupt wieder Geld für ein Handy ausgeben möchte, wofür andere Hersteller wirklich froh sein können, nachdem die Menschen den Wert des Gegenstandes an sich durch die vorherrschende Subventionspolitik der Provider fast schon vollständig verloren hatten. Aber die Tarife bei AT&T sind wenigstens im Vergleich einigermaßen erträglich, wohingegen die Tarife bei T-Mobile fast schon eine Beleidigung für genau die Kunden darstellen, die schon seit langem auf das iPhone warten.

Vor allem die Bandbreitenbegrenzung nach lächerlichen 200MB, bzw. der Fakt im Jahr 2007 für ein vergleichsweise langsames Protokoll wie EDGE überhaupt eine zu erzwingen, ist einfach nur ein Schlag ins Gesicht für den mündigen Kunden. Man kann nicht den digitalen Lifestyle des “immer und überall online” propagieren und gleichzeitig die Internetverbindung drastisch verlangsamen, wenn jemand das Gerät tatsächlich so benutzt.

Für jemanden, der ein paar Mal am Tag das Wetter und die Aktieninfos abruft oder hin und wieder mal etwas auf den Maps sucht reicht das Limit zwar aus, aber rechnet man alle Datentransferbedürfnisse des echten Powerusers zusammen (und genau der sollte doch eigentlich schneller unterwegs sein müssen), angefangen von ganztägiger Nutzung des IMAP-eMail-Clients (oder auch nur POP meinetwegen) über ausgiebiges Surfen oder Feeds abrufen bis hin zum täglichen mobilen YouTube-Spaß erreicht man unter dem Strich doch deutlich mehr MBs als das vorgegebene Limit. Heißt das nun, dass man als Videofan nach 2 Wochen für den Rest des Monats keine YouTube-Videos in annehmbarer Qualität mehr anschauen kann, weil T-Mobile meint an der falschen Stelle sparen zu müssen? Man wird sehen.

Bleibt noch der Griff zum französischen ungelockten iPhone. Tja, wenn das überhaupt so sicher wäre. Ich will hier nicht großartig spekulieren, aber es liegt mehr oder weniger auf der Hand, dass das entsperrte iPhone dort entweder ähnlich teuer wie ein Laptop wird, oder Apple einen Weg findet, den Verkauf in andere Länder zumindest für die große Masse einzudämmen. Der günstigste Weg wird imho also der heutige bleiben, nämlich einen Amerikaner (hoffentlich im Bekanntenkreis) zu finden, der sein Stückzahl-Limit noch nicht ausgereizt hat, und bereit ist ein iPhone nach Deutschland zu schicken und es dann eben zu hacken, mit allen Vor- und vor allem Nachteilen.

Schade, T-Mobile! Aber vielleicht lernt Ihr ja dazu. Es ist ja nicht verboten, seine Tarife nachträglich attraktiver zu gestalten…

13 Reaktionen zu “iPhone-Theater bei T-Mobile”

  1. Gravatar Pingback von: bedarfshaltestelle » Blog Archive » iPhone-Theater bei T-Mobile

    [...] /bin/basti » iPhone-Theater bei T-Mobile [...]

  2. Gravatar Tim

    Youtube? Beim Streaming-Inhalten hat EDGE klare Nachteile gegenüber UMTS. Streaming ist nicht. Und Ping-Zeiten von 450-500 ms machen auch keinen Spass.

    Steinzeittechnik. Aber nett verpackt.

  3. Gravatar Sebastian Kippe

    Ja, Youtube. Es gibt von jedem Video eine EDGE-Version und eine WLAN-Version. Die Qualität der EDGE-Version ist natürlich um einiges schlechter, aber man kann es bei gutem Empfang durchaus nutzen. Nach der geplanten Drosselung dürfte das dann nicht mehr so ohne weiteres funktionieren.

  4. Gravatar Michael

    Sicherlich mag es für den einen oder anderen Kaufentscheidend sein, ob und in welcher Qualität youtube Filmchen angesehen werden können. Aber dies ist wohl nicht in erster Linie die Zielgruppe. Es halten sich allerdings auch hartnäckig die Gerüchte, das die Drosselung erst mal ausgesetzt werden soll…

  5. Gravatar Julian Schrader

    Ich zähle mich ebenfalls zu den „durchgeknallten Fans“ — aber neben den astronomischen Preisen im internationalen Vergleich ist diese Datendrossel einfach nur bescheuert.

    Wann kapiert man bei T-Mobile, wo die Zukunft im Mobilfunk liegt? Wieso ist die Nutzung von Funktionen jenseits der Telefonie bisher nur halbwegs in der Werbeabteilung angekommen, sonst aber nirgendwo? Warum muss man ein innovatives Produkt künstlich schlecht machen? So gering kann das für Deutschland zur Verfügung stehende iPhone-Kontingent doch nicht sein ;-)

  6. Gravatar Cedric

    @ Michael: Das glaube ich erst wenn ich ein entsprechendes T-Mobile Statement in Form einer Pressemitteilung gelesen habe. Dann können wir auch noch mal über einen Vertrag reden. Vorher nicht ;-)

  7. Gravatar Michael

    T-Mobile weiss schon, wo die Zukunft des Mobilfunks liegt. Bis Ende 2007 wird T-Mobile als einziger Netzbetreiber in Deutschland quasi im gesamten GSM-Netz EDGE anbieten. Wie sieht übrigens die Netzabdeckung der Wettbewerber aus? Andererseits frage ich mich, wieso immer alles im “Internationalen Vergleich” betrachtet werden muss?!

    Nicht unmaßgeblichen Anteil an der Preisgestaltung dürfte wohl auch Apple haben. Dies sollte bei der Diskussion nicht vergessen werden.

    @ Cedric: Am 07.11.07 weiss ich mehr aus allererster Hand! ;-)
    Werde es euch rechtzeitig wissen lassen…
    Vielleicht hilft auch ein Blick hierher:
    http://www.macnotes.de/2007/10/31/notizen-vom-31-oktober-2007/

  8. Gravatar Sebastian Kippe

    Für was brauchen die Wettbewerber EDGE-Abdeckung in Zeiten von UMTS? Haben ja nicht umsonst alle Milliarden von Euros ausgegeben für die Frequenzen. Das iPhone kann halt (im Moment) leider nur EDGE.

    Dass Apple die Preise mitgestaltet hat ist völlig klar, aber die Idee mit der Drosselung kam hundertprozentig von den Telekomikern. Naja, erst mal sehen ob sie es denn überhaupt machen.

  9. Gravatar Cedric

    @ Michael:
    In einer globalisierten Welt muss sich ein Weltkonzern wie die Telekom (T-Com, T-Mobile, welche Tochter auch immer) auch International vergleichen lassen. Ob’s einem nun passt oder nicht. Bei Macnotes.de steht im übrigen auch nichts neues. Fakt ist: Die Drosselung der Bandbreite ist im Kleingedruckten des Vertrages, den ein Kunde mit T-Mobile eingehen, nachzulesen. Da hilft die Aussage “Haben wir momentan nicht aktiv, behalten wir uns vor später zu aktivieren” auch nicht weiter.

    Für mich sieht das nach einer Finte aus hier und dort doch noch ein paar Käufer zu finden die auf diesen Quatsch hereinfallen. Ich würde ja eher glauben das man vorschnell entschieden hat diese Drosselung zu aktivieren, weil man Angst hatte die Netze halten dem Ansturm nicht Stand. Das wiederum lässt Spekulationen auf die tatsächlich vorhandene Infrastruktur und deren Qualität zu. Jetzt hat man die Sperre zunächst doch nicht aktiv, weil es vielleicht an der Umsetzung dieser Drosselung hapert.

    Spekulationen über Spekulationen…

  10. Gravatar Michael

    Richtig. Spekulationen halt. Hoffen wir also nur das Beste!
    Und hätte Apple dem iPhone UMTS mit auf den Weg gegeben… Auch darüber kann man nur spekulieren.

  11. Gravatar Sebastian Kippe

    Klar. :)

    Ich sage jetzt mal aus dem Bauch heraus, dass das iPhone in Europa spätestens 2009 UMTS und GPS an Bord hat. Mal sehen, ob ich das bis in 2 Jahren nochmal zitieren kann. ;)

  12. Gravatar Michael

    Nochmal was zum Thema “Datendrosselung”:
    http://www.teltarif.de/arch/2007/kw45/s27772.html

  13. Gravatar Pingback von: bedarfshaltestelle » Blog Archive » iPhone telekomisch

    [...] „…spätestens 2009 UMTS und GPS an Bord hat.…“ [...]

Einen Kommentar schreiben

Du kannst Textile benutzen um den Kommentar zu formatieren.