Einkaufen bei Schober

Die Schober Information Group bietet zwar keine guten Weihnachtsgeschenke, hat aber auch recht interessante Dinge zu verkaufen. Aus der Firmenbeschreibung beim entsprechenden Affilinet-Partnerprogramm…

Die Schober Information Group ist das führende Informations-Unternehmen in Europa. Mit präzisen Kunden- und Marktinformationen ist die Schober Information Group Partner der Unternehmen bei strategischen und operativen Entscheidungen. Schober Adressen ONLINE unter www.schober.com ist ein etabliertes Tool bei Unternehmen aller Branchen und Größen wenn es darum geht, Neukunden- oder Marktpotenziale schnell, zielsicher und unkompliziert zu ermitteln und Adressen für die Neukundenwerbung aus dem Internet sofort herunterzuladen. Nach Eingabe der Selektionskriterien wie zum Beispiel Region, Konsumschwerpunkte, Geschlecht, Kaufverhalten für Marketingaktionen mit Endverbrauchern sowie Branche, Anzahl der Beschäftigten oder Umsatzvolumen im Business-to-Business ermittelt die Anwendung in Sekundenschnelle die verfügbaren und passenden Neukundenpotenziale. Basis für den Service sind alle 5,5 Millionen Firmenadressen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und mehr als 50 Millionen Privatadressen aus Deutschland.

Da stellt sich natürlich die Frage: Was bringt einem denn das Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung, also die freie Entscheidung wer meine Daten wie verwendet, wenn diese einmal auf welchem Umweg auch immer bei Firmen wie Schober gelandet sind? Und wo zur Hölle kommen Daten wie Konsumpräferenzen, jährliches Einkommen und sogar Alter und Lage des Wohngebäudes von 50 Millionen Deutschen her? Benutzen die alle Payback- und HappyDigits-Karten? Fährt ein Häuserkucker von Schober alle Straßen des Landes ab, um zu speichern, welche Art Gebäude an welcher Hausnummer steht? Wohl kaum! Da werden also definitiv verschiedene Datenbanken miteinander verkoppelt, um ganzheitliche und sehr genaue Profile der Bürger zu erstellen und diese Daten dann online im Minutentakt an beliebige Käufer zu verschachern – egal was diese damit vorhaben.

Es reicht demnach völlig aus, ein einziges Mal das berühmte Kleingedruckte zu überlesen (oder natürlich bewusst die weitere Verwendung zu erlauben) und schon büßt man oben zitiertes Grundrecht auf Lebenszeit ein. Man hat ja gar nicht mehr die Möglichkeit zu kontrollieren, wer alles schon Daten über die eigene Person benutzt, und bei wem man die Löschung selbiger veranlassen könnte.

Ein tolles Recht, und wie es aussieht schon von der großen Mehrheit der Bürgern verspielt. Und wieso? Vielleicht weil insgeheim tatsächlich jeder die absolut perfekte Konsumwelt haben möchte, die da langsam um uns herum geschneidert wird. Zumindest um den Teil der Bevölkerung, der es sich leisten kann. Je nach gespeicherter Kaufkraftinformation möchte einen ja nicht unbedingt jedes Unternehmen als Kunde begrüßen…

Was zu sagen? Nur zu …

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